Vom Chobe zum Khwai-River

Mo 12. Januar: Am Morgen waren wir alle froh, dass um 5:30 aufstehen angesagt war. Keiner hatte wirklich gut geschlafen. Das tööörööö der Elefanten ging die ganze Nacht hindurch und auch die anderen Tiere die durchs Camp liefen, waren nicht eben leise.

Wir packten unsere Sachen und machten uns auf den Weg durch das Süd-Gate vom Chobe National Park zum 105 km entfernten Khwai-River, um anschließend zum „Moremi Game Reserve” zu gelangen.

Zuerst fuhren wir auf der schöneren Route durch die Savuti Marsh (östlich). Leider hatte es dort in der Nacht zuvor heftig gewittert. Bei uns im Lager hatten wir die Blitze gesehen, bekamen aber zum Glück selber keinen Regen ab. Auf den Wegen der Marsh erwarteten uns riesige Pfützen, die nicht mehr so einfach zu umfahren waren.

Um nicht „Wagenversenken” zu spielen, mussten wir wieder zurück und auf der westlichen „regensicheren” Route durch die Mopane-Wälder. Auf dieser Strecke muss man stark auf Elefanten achten. Durch die dicht stehenden Bäume können die den Weg kreuzenden Elefanten nicht so frühzeitig gesehen werden. So mancher ist schon von einem Elefanten überrascht worden und es kam sogar zu Zusammenstößen.

Weil wir umkehren mussten, fuhren wir ca. 50 km mehr wie geplant. Nun drängelte noch die Zeit. Wir mussten, wenn wir nicht noch einen weiteren Tag zahlen wollten, den Park bis um 11 Uhr verlassen.

Und dann machte der rechte Hinterreifen nicht mehr mit. Ca. 10 km vor dem Süd-Gate musste ein Reifen gewechselt werden, nachdem er immer mehr Luft verlor. Zwei wechselten den Reifen und zwei beobachteten die Tiere. Denn wer weiß schon wer da auf uns Hunger bekommt. Trotz aller Mühe schafften wir es nicht rechtzeitig, 30 Minuten zu spät waren wir dran. Nach einem kleinen erklärenden Smalltalk von Olaf mit den Wächtern, durften wir dann glücklicherweise ohne nachzuzahlen weiterfahren.

Am Khwai-River (einer der vielen Ausläufer des Okawango-Delta) angelangt, sahen wir vor allem Flusspferde in allen Variationen. Sie waren an Land, im Wasser, mit Jungtieren und natürlich immer wieder kämpfend zu beobachten.

Danach campierten wir in der Nähe des Flusses. Da es leicht anfing zu regnen, gingen wir früh ins Zelt zum schlafen, wobei es zum Teil nur bei dem Versuch blieb. In der Natur kann es in der Nacht verdammt laut sein.

Vom Khwai zum Xakanaxa-Camp

Di 13. Januar: Nachdem wieder alles im Wagen verstaut war, natürlich auch die Abfälle, ging es durch das Nord-Gate in den Moremi Game Reserve zum Xakanaxa-Camp Site, was ca. 50 km Strecke bedeutet.

Der Moremi Game Reserve liegt innerhalb des Okawango Deltas und ist fast 5.000 km² groß. Die Tiere können zwischen dem Chobe und Moremi frei hin und her wandern.

Dort gab es auch sofort ein Highlight: Wir sahen einen Leoparden beim anschleichen auf Impalas. Zum Glück hatten wir einen guten Guide mit uns, denn ansonsten hätten wir dieses Raubtier im Gras nicht bemerkt. Dieses wundervolle Tier in freier Natur zu beobachten ist mit Worten nicht zu beschreiben. Es ist einfach faszinierend zu sehen wie geschmeidig die Katze sich durch das Gras anschlich.

Danach ging es zum Hippo-Pool wo wir uns einige Sandwichs einverleibten. Dort war auch die einzige Schlange, die ich auf unserer Reise sehen konnte. Leider habe ich keine Ahnung was für eine Schlange ich dort sah.

Am Nachmittag hatten wir im Xakanaxa-Camp unsere Zelte aufgebaut. Der Campingplatz befindet sich in der Nähe vom Wasser. Gegen Abend gab es eine zweistündige Tour mit einem Boot durch einen kleinen Teil des Delta. Eine solche Fahrt im Delta ist unbedingt zu empfehlen aber leider lässt sich diese wunderschöne Natur weder in Worte noch auf Bildern exakt wiedergeben. Der Sonnenuntergang bescherte uns ein wundervolles Farbenspiel, dessen Anblick man nur still in sich aufnehmen sollte.

Während des Abendessens bekamen wir Besuch von einer Hyäne. Trotz ihres furchterregenden Äußeren, sind diese Tiere einzeln sehr feige und es besteht normalerweise keinerlei Gefahr. Trotzdem sollte es unbedingt vermieden werden Essensreste irgendwo offen oder in den Zelten liegen zu lassen. Die Hyänen werden in der Nacht danach suchen und einen Höllenlärm dabei verursachen. Erst in größeren Gruppen greifen Hyänen alles an was nach Futter riecht.

Rund ums Xakanaxa-Camp

Mi 14. Januar: An diesem Tage sind wir kreuz und quer durch das wunderschöne Delta gefahren. Hierbei ging es bis zum nordwestlichsten Zipfel des Reservates. Hier endeten dann auch die Wege. Eine Weiterfahrt ist nur noch mit einem Mokoro (Einbaum) möglich.

Auf allen Wegen hatten wir sehr viel Glück. Selbst die schon seit zwei Jahren unter Wasser stehenden und zum Teil gesperrten Pfade waren befahrbar. Wir fuhren durch Wälder, die schon seit langem kein Tourist mehr zu sehen bekam. Wir hatten sehr viele wunderschöne Vögel gesehen und auch einige Giraffen.

Vom Xakanaxa-Camp nach Maun

Do 15. Januar: Am Morgen wurden wir im Camp von einem riesigen Gebrüll geweckt. Nachdem wir aus den Zelten stürmten sahen wir nichts, aber Olaf fehlte. Nach einiger Zeit des Wartens, lief Michael zu den 75 Meter entfernt liegenden Toiletten. Dort befand sich Olaf und war schon ca. eine Stunde im Dusch- und Toilettengebäude gefangen, weil der Streit eines Flusspferdes und einem Löwen direkt vor dem Ausgang stattfand. Michael gab eine Warnung an uns ab in den Wagen zu verschwinden. Leider konnten wir mit dem Wagen die Beiden nicht abholen, Olaf hatte den Schlüssel mit. Selbst nachdem der Streit der Tiere beendet war, mussten wir alle abwarten ob der Löwe sich wirklich schon verabschiedet hatte oder noch irgendwo lauerte.

Nach dem Schreck am Morgen gab es ein schönes Frühstück. Danach wurden die Zelte wieder zusammengepackt und wir fuhren los. Wir sahen dann auch eine Rappenantilope. Noch bevor wir durch das Süd-Gate aus dem Moremi Game Reserve fuhren, durften wir noch einmal einen Elefanten von Nahem beobachten. Er stand allein an einem Wasserloch und spritzte sich mit schlammigen Wasser ein. Er war nur einige Meter von uns entfernt. Diesmal gab es im Moremi weniger Elefanten als in den Vorjahren. Da diesmal während der Regenzeit genügend Wasser im Chobe für die Dickhäuter war, mussten sie nicht in großen Mengen zum Moremi wandern.

Unser Ziel für heute war die „Crocodile Safaris Lodge” in Maun (ca. 150 km). Auf den Weg dorthin stieg die Temparatur des Kühlwassers bedrohlich nach oben. Um die Temperatur wieder abzusenken, wurde die Heizung eingeschaltet. Lasst Euch das mal auf der Zunge zergehen: „Mit eingeschalteter Heizung quer durch Afrika und das bei weit über 30°C im Schatten!” Zu diesem Zeitpunkt hatten wir nicht geglaubt, dass dies noch häufiger passieren würde. Und zu allem Übel ging einem Reifen mal wieder die Luft aus. Zum Glück für uns kamen wir noch zum Parkplatz der Lodge und diese hatte auch eine Werkstatt, wo dann erste Hilfe geleistet werden konnte.

In Maun gibt es alles was der Reisende benötigt an Supermärkten, Tankstellen, Reiseunternehmen und auch an Werkstätten.

Maun - das Tor ins Okawango-Delta

Fr 16. Januar: Während Olaf nach dem Wagen schauen ließ, konnten wir einen Einkaufsbummel in Maun durchführen. Postkarten und andere Kleinigkeiten wurden eingekauft, unsere Vorräte an Medikamente und Anti-Mücken-Spray aufgefüllt. Danach gab es ein kühlendes Bad im Pool und ein wenig Zeit zum Sonnen war auch noch. Sehr zu empfehlen bei der großen Hitze ist ein großes Glas „Malawi Shanti”. Dies ist ein bitter-süß schmeckendes Getränk.

Rundflug übers Okawango-Delta

Am späten Nachmittag ging es zu einem etwa einstündigen Flug übers Okawango-Delta. Der Pilot flog sehr sanft mit uns und wir konnten sehr viele Tiere und auch die grandiose Landschaft genießen. So ein ca. einstündiger Flug übers Delta ist mit 220 US$ (für max. fünf Personen) zwar nicht preiswert aber jeden Cent wert. Den Abend ließen wir dann mit einem Essen im „Bull and Bush”, gegenüber vom Flughafengelände, gemütlich ausklingen.