Von Maun zur Sunday Pan

Sa 17. Januar: Nun sollte der härteste Teil unserer Tour beginnen: Einmal quer durch die Zentral-Kalahari. Dieser Landstrich Botswanas ist fern jeglicher Zivilisation. Keinerlei Sanitäreinrichtungen, kein Frischwasser und mutterseelenallein kann man dies schon als „Hardcore-Camping” bezeichnen.

In Maun hatten wir uns noch einmal mit allen Vorräten eingedeckt. Lebenmittel, Frischwasser, Trinkwasser, Eiswürfel zum Kühlen und natürlich auch Diesel. Unser Ziel lag an diesem Tage ca. 210 km entfernt, die Sunday Pan.

Um von Maun in den Central Kalahari Game Reserve zu gelangen, mussten wir, unter anderem, ca. 75 km an einem „Seuchenzaun” vorbei fahren. Dieser wurde errichtet, um Krankheiten der Wildtiere einfacher eindämmen zu können, bevor sie an die Rinderherden übertragen werden. Ob es andere, bessere Lösungen gibt, sei dahingestellt. Schön sieht er nicht aus aber wichtiger ist noch, dass für die wilden Tiere dieser Zaun sehr gefährlich werden kann.

Der Central Kalahari Game Reserve ist mit seinen fast 53.000 km² der mit Abstand größte Nationalpark Botswanas. Auf dem Weg zu unserem Campingplatz, kamen wir durch das „Deception Valley”. Eine landschaftlich grandios schöne Gegend der Kalahari. Es gibt dort auch sehr viele Pans. Zum ersten mal, seitdem wir in Afrika waren, konnten wir überall die wunderschönen Oryx-Antilopen sehen.

Unsere Zelte bauten wir auf einem Hügel in der Sunday Pan auf. Obwohl es den ganzen Tag über sehr bewölkt war, bekamen wir dort einen besonders schönen Sonnenuntergang geboten und in der Nacht war der Sternenhimmel in seiner vollen Pracht zu bewundern. Selbst die Milchstraße konnten wir sehen. Hier gibt es noch keine Lichtverschmutzung, wie in den großen Städten.

Von der Sunday zur Pipers Pan

So 18. Januar: Nach einem reichhaltigen Frühstück und einer „Katzenwäsche”, packten wir unserer Sachen zusammen und fuhren 100 km von der Sunday Pan zur Pipers Pan. Auf dem Weg dorthin gab es mal wieder einen Reifenwechsel wegen eines Plattfußes. Aller guten Dinge sind halt Drei. Zwei von uns mussten den Reifen wechseln und die anderen beiden nach Löwen Ausschau halten. Klasse, dachten wir uns, nachdem wir feststellten, dass einer der Reservereifen jetzt schon keine Luft mehr hatte. Da war wohl etwas bei der Reparatur in Maun schief gelaufen. Jetzt sollten wir natürlich dafür sorgen, keine vierte Reifenpanne mehr zu bekommen.

Am Campingplatz angekommen, hatten wir unsere Zelte aufgebaut und diese durch Dornbüsche ein wenig gegen Löwen abgesichert. Auf diesen Campingplatz soll es den bisher einzigen Angriff von Löwen auf ein Zelt gegeben haben. Sehr wahrscheinlich wurden Lebensmittel im Zelt gelagert und die Löwen hatten längere Zeit nichts mehr gerissen. Wie auch immer, diese Situation würde bestimmt für einen ruhigen Schlaf bei uns sorgen. Niemals sollten Lebensmittel und, wie wir erfahren mussten, Medikamente in den Zelten aufbewahrt werden. Während der Anwesenheit von Menschen wird normalerweise nichts passieren, aber sobald die Zelte verlassen sind, werden einige Tiere dies zu nutzen wissen.

Der Spätnachmittag gehörte wieder dem Game Drive. Erdhörnchen, Springböcke und Oryxe hatten wir in der Kalahari viele gesehen. Am Abend gab es mal wieder einen der mittlerweile schon nicht mehr zu zählenden Höhepunkte der Reise. Wir sahen neun Löwinnen bei der Vorbereitung zur Jagd und beobachteten dies über eine Stunde. Weil die Tiere sich auf einer Anhöhe über eine große Strecke verteilt hatten, war es leider nicht möglich, alle auf ein Foto zu bekommen Außerdem lag das Ziel ihrer Bemühungen hinter einem Hügel.

Als es dann noch zu regnen anfing, mussten wir sofort zu unserem Zeltplatz zurück. Die Pans sind schon bei wenig Regen glatt wie Eis, weil sich Sand in den Reifen festsetzen kann und man fährt dann praktisch einen profillosen Gummi. Eine sichere Fahrt ist dann nicht mehr möglich. Selbst unser Wagen mit eingeschalteter Geländeuntersetzung kam mit seinem 4WD stark ans wühlen und rutschen. Übrigens wurden die Fahrten mit eingeschalteter Heizung immer häufiger um den Motor hierdurch zu kühlen.

Am Lagerfeuer machten wir noch Scherze wegen der bevorstehenden Nacht und den Löwen. Aber jedes Geräusch ließ uns ein wenig zusammenzucken und vor allem das Gebrüll der Löwen war deutlich zu hören. Wir entfernten uns nie weit von einander. Mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend gingen wir dann irgendwann mal in unsere Zelte und wünschten uns eine angenehme Nachtruhe.

Von der Pipers Pan nach Ghanzi

Mo 19. Januar: Nachdem wir dann alle mit dicken Augen aufwachten, gab es erstmal Frühstück. Beim Essen sahen wir dann in 200 Meter Entfernung einen Geparden. Ein gerechter Ausgleich für eine unruhige Nacht.

Nach dem bepacken des Wagens mussten wir 280 km fahren, auf zum Teil sehr schwieriger Piste. Es ging von der Pipers Pan durch das West-Gate nach Ghanzi. Die Fahrt lief nicht ganz so rund wie geplant. Nachdem wir den Park durch das Gate bei Xade verlassen hatten, wurde der Motor an einem kilometerlangen Anstieg auf tiefer Sandpiste viel zu heiß. Das Wasser fing an zu kochen und wurde aus dem Kühlsystem gedrückt. Es musste einiges an Wasser aufgefüllt werden. Dann hatten wir Glück. Ein Ranger, in seinem Lkw, zog uns einige Kilometer hinter sich her. Aber leider riss dann irgendwann das Abschleppseil. Ein weiteres hatten wir nicht dabei.

Da der Motor sich bis dahin schon wieder abgekühlt hatte, konnten wir aus eigener Kraft bis nach oben fahren. Der Ranger blieb aber immer in Sichtweite um uns auch weiterhin helfen zu können. Auf dieser schwierigen Piste musste dann noch einmal an einer Kreuzung zu einer Farm Wasser aufgefüllt werden. Während wir so dastanden und warteten, dass der Motor sich abkühlte, hatten sich einige Jugendliche um uns versammelt. Woher die so plötzlich kamen? Eine auf der Straße laufende Straußenfamilie bekamen wir später noch zu sehen.

Unsere Zelte wurden von uns in der Anlage des „Kalahari Arms Hotel” in Ghanzi aufgebaut. Dies ist eine sehr schöne Anlage am Rande des Weges in Richtung Namibia. Während Olaf und Michael die Reifen reparieren ließen, schwammen Claudia und ich eine Runde im Pool des Hotels. Am Abend machten wir es uns gemütlich, denn viel zu besichtigen gab es in Ghanzi nicht. Einmal kurz in den Supermarkt, das sollte dann reichen.