Von Ghanzi zur Harnas Farm

Di 20. Januar: Heute fuhren wir zur „Harnas Wildlife Foundation” bei Gobabis in Namibia (ca. 420 km). Die Grenzformalitäten zu Namibia sind recht einfach zu erledigen. An keiner Grenze auf unserer Reise gab es irgendwelche Probleme für uns. Es kamen wieder die obligatorischen Aus- und Einreisestempel in jeden Reisepass und wir mussten wieder einmal die Aus- und Einreisescheine ausfüllen.

In Gobabis hatten wir dann Geld in einer Bank getauscht. Dies ist sehr aufwendig und langwierig. Längere Wartezeiten sollten dabei immer einkalkuliert werden.

Die Harnas Farm liegt ca. 85 km nordöstlich von Gobabis. Die Wege dorthin sind gut ausgebaute „Gravelroads”. Gegen 17 Uhr erreichten wir die Farm. Claudia ging es gar nicht gut. Bei unserer Ankunft sahen wir schon ein Krokodil, Strauße, Paviane und Geparde. Nachdem Claudia die Geparden sah, ging es ihr schlagartig besser. Sie war nicht mehr vom Gehege zu lösen. Die Idee zu dieser Farm zu fahren kam von ihr. Keiner von uns bereute es hierin mitgeschleppt zu werden.

Vormittags auf der Harnas Farm

Mi 21. Januar: Harnas ist eine gemeinnützige Organisation, die sich der Erhaltung und den Schutz von Großkatzen und Wildtieren widmet. Harnas versteht sich nicht als Zoo, sondern als Waisenhaus, dessen Ziel es ist, den Tieren ein sicheres Zuhause zu bieten. Gegründet wurde Harnas von der Familie van der Merwe. Mittlerweile arbeiten auf der Farm 45 Menschen. Auf dem Gelände der Farm können die stets willkommenen Besucher auf einem Campingplatz zelten oder sich in den Cottages und Steiniglos gemütlich machen.

Die Gehege der Farm sind zum Teil riesig groß um den Tieren genügend Freiraum zu bieten. Zum Beispiel: Eins der Gepardengehege hat ein Ausmaß von 23 ha für zehn Geparde und einer Tüpfelhyäne, ein Leopardengehege 18 ha. Der Kölner Zoo hat eine gesamte Fläche von 20 ha zur Verfügung, für alle seine Tiere. Die „Harnas Wildlife Foundation” plant die komplette Anlage noch um ein vielfaches zu vergrößern. Weitere Infos hierzu sind auf deren Internetseite vorhanden.

Um 6:45 Uhr war aufstehen angesagt. Die Paviane und Löwen machten aber so einen Krach, dass wir schon früher wach waren. An einer geführten Tour per Auto hatten wir von 8 bis um 12 Uhr teilgenommen. Viele der Tiere wurden dabei gefüttert. Ob Löwen, Geparden, Leoparden, Wildhunde, Erdmännchen oder Paviane, für alle gab es was zu fressen. Ein schönes Frühstück gab es auch für uns. Die Mitarbeiter der Farm hatten während der Tour sehr viel über die Tiere zu erzählen. Häufig hatten sie eine sehr traurige Vergangenheit.

Mittags auf der Harnas Farm

Wir hatten auch das Glück an diesem Tage neun Monate alte Geparde streicheln zu dürfen. Danach gab es die Möglichkeit sich am wunderschön gelegenen Pool zu sonnen.

Nachmittags auf der Harnas Farm

Nach 15 Uhr gab es das heftigste Gewitter unserer Reise. Später waren wir noch mal zu Fuß unterwegs auf einer zweistündigen geführten Besichtigung der Farm. Beide Touren sind extraklasse und ein unbedingtes Muss. Während dieser Tour waren wir bei der Fütterung von einem Geier, einem Geparden und mehrerer Karakals mit im Gehege.

Am Abend ging dann noch eine wild gewordene Elenantilope durch und schreckte nicht nur die freilaufenden Strauße auf, sondern auch die Tierpfleger und Gäste. Besonders Claudia und Michael mussten sich mit einem sicheren Platz in der Dusche begnügen um von ihr nicht attackiert zu werden. Olaf und ich konnten am Wagen in Sicherheit warten, bis die Mitarbeiter der Farm die Antilope vertreiben konnte. Leider hatte ich in dieser Hektik keine Chance mehr meine Kamera zu erreichen und ein Foto zu schießen. Die ganze Aktion dauerte ca. eine halbe Stunde.