Von Livingstone zum Chobe Nationalpark

Sa 10. Januar: Der Busch ruft. Unsere Safari beginnt. Es geht los zum 260 km entfernten Savuti Camp im Chobe Nationalpark.

Zuerst fuhren wir von Livingstone nach Kazungula. Hier mussten wir zum sambischen Zoll, wo wir die Ausreiseformalitäten erledigten. Danach ging es über den Sambesi mit einer kleinen Fähre. Hier im Vierländereck von Sambia, Botswana, Namibia und Simbabwe fließt auch der Chobe in den Sambesi.

Auf der botswanischen Seite mussten wir wieder beim Zoll unsere Einreise anmelden. Für Botswana benötigt man kein Visum. Auf beiden Seiten des Zolls mussten Formulare ausgefüllt werden. Danach konnten unsere Reisepässe mit Stempeln malträtiert werden.

Abschließend gingen wir zu Fuß über eine Matte die mit einer Desinfektionslösung getränkt war und der Wagen wurde durch ein Desinfektionsbad gefahren. Dies geschieht zum Schutz der Tiere vor unterschiedlichen Krankheiten wie z.B. der Maul- und Klauenseuche. Außerdem ist es nicht gestattet offene Lebensmittel (Fleisch- und Milchprodukte) aus Sambia nach Botswana einzuführen oder in größeren Mengen innerhalb Botswanas zu befördern, wenn keine Genehmigung vorhanden ist. Darum mussten wir in Kasane unseren Proviant für die nächsten Tage einkaufen.

Der ca. 11.000 km² große Chobe Nationalpark wurde benannt nach dem Fluß Chobe, der die nördliche Grenze des Parks bildet. Er ist einer der schönsten Wildreservate Afrikas. Wir bauten dann unsere Zelte auf.

Nachdem wir viele Vögel am Himmel kreisen sahen, nahmen wir an es wären Geier die Aas entdeckt hatten und an dem vielleicht noch ein Löwe kaut. Es stellte sich aber heraus, dass dort Marabus und Störche sich über Kaulquappen hermachten. Na gut, dann kommt der Löwe halt später. Aber die Kaulquappen waren wenigstens riesig. Während dieser Tour hatten wir dann auch noch Elefanten, Impalas und Glanzstare gesehen.

Unterwegs mussten wir noch Holz (getrocknete, abgestorbene Äste) sammeln, damit wir am Zeltplatz grillen und ein Lagerfeuer entfachen konnten. Kein Feuerholz bedeutet: kaltes Essen und kein Kaffee. Das Feuer hatte auch noch den Zweck, dass die wilden Tiere etwas vom Lager abgehalten werden..

Vormittags erster Game Drive im Chobe

So 11. Januar: Mit einem „Guten Morgen” wurden wir von Olaf um 5 Uhr morgens geweckt. Wach waren wir aber alle schon irgendwie, wegen den vielen ungewohnten Geräuschen der wilden Tiere in der Nacht um uns herum.

Nach einem Kaffee und noch vor dem Frühstück, hatten wir einen Game Drive durchgeführt. Wer viele wilde Tiere sehen möchte, der sollte früh aufstehen, denn kurz nach Sonnenaufgang hat man die besten Chancen. Für Langschläfer: Vor dem Sonnenuntergang sind die Tiere auch wieder unterwegs.

Schon nach kurzer Zeit waren wir alle hellwach. Ein Löwe lag direkt neben unserem Weg und rührte sich nicht von der Stelle, selbst nachdem wir immer näher kamen. Er lag einfach da und es sah aus, als ob er durch nichts aus der Ruhe zu bringen wäre und sich sehr gerne von uns fotografieren ließ. Natürlich sind wir nicht ausgestiegen. Vom Wagen aus ließ er sich längere Zeit bestaunen. Danach durften wir noch Elefanten, Impalas, Strauße und Zebras beobachten. Da unsere Ausfahrt nun doch etwas länger dauerte wie gedacht, wurde aus unserem beabsichtigten Frühstück im Camp, ein Brunch.

Nachmittags zweiter Game Drive im Chobe

Anschließend sind wir wieder zu einer Tour aufgebrochen und hatten dann bald einen Gepard gesehen, der vor uns flüchtete. Auch konnten wir sehr viele Elefanten an Wasserlöchern beobachten. Bei der Beobachtung von fünf Giganten bekamen wir anfangs nicht mit, dass sich zwei Dickhäuter von der anderen Seite näherten. Als Olaf dies sah, beschloss er sofort mit uns zu verschwinden. Niemals sollte man sich zwischen Elefanten und dem Wasser aufhalten. Dies könnte sehr gefährlich werden.

Nachdem wir zum Camp zurückkamen gab es einen riesigen Schock für uns. Wir fanden unsere Zelte offen vor und alle Sachen waren kreuz und quer verstreut. Paviane hatten die Zelte geöffnet und alles durcheinander gebracht. Sie wollten an Nahrungsmittel, hatten aber nur unsere Medikamente gefunden. Die Tabletten hatten sie zum Teil rausgedrückt und gegessen. In den Tuben hatten sie rein gebissen um zu testen was da wohl drin ist und ob es schmeckt. Die Reiß- und Klettverschlüsse der Zelte und Taschen zu öffnen war für sie ein leichtes.

Danach ging es bei uns zu wie auf dem Basar. Wem gehören diese und jene Tabletten, hier ist dein T-Shirt, wo ist meine Hose? Nach dem Abendessen gingen wir wieder auf Pirsch und wir konnten unser Glück kaum fassen: eine Löwendame schlenderte direkt vor uns auf der Fahrspur. Sie ließ sich freundlicherweise dazu herab sich ab und an umzudrehen, damit wir einige Fotos von ihr machen konnten. Auch eine Herde Elefanten mit Baby an einem Wasserloch hatten wir noch gesehen.

Am Abend im Camp

Bevor es dunkel wurde, bekamen wir dann auch noch Besuch im Camp, von einem einzelnen Elefanten. Gemütlich trottete er beim fressen an unserem Lager in ca. 20 Meter Entfernung vorbei und wir saßen andächtig am Lagerfeuer und beobachteten ihn. Selbst nachdem wir durch die Dunkelheit nichts mehr sehen konnten, hatten wir seinen Geräuschen gelauscht und waren selber ganz still.

Übrigens die Zeltplätze in Botswana sind nicht eingezäunt. Was für ein Tag. Von Frühmorgens bis Abends jagte ein Höhepunkt den anderen. Wir hatten keinerlei Zeit unsere vielen Eindrücke zu verarbeiten.