Kartusche des Djoser

Pharao Djoser

weitere Namen: Zoser, Tosorthros
Horusname: Hor Netjer-I-Chet (von göttlicher Gestalt)
Regierungszeit: 2690 - 2670 v.Chr.

Figur des DjoserDjoser, der zweite altägyptische König der 3. Dynastie, erhielt seinen Namen erst 1000 Jahre nach seiner Regierungszeit. Er nannte sich selbst nach seinen Horusnamen ursprünglich Netjer-I-Chet, der auf allen seinen Monumenten gefunden wurde. Die Herkunft von Djoser ist noch nicht mit Sicherheit geklärt. Im Allgemeinen wird angenommen, dass er als Bruder von Nebka und Sohn der Nimaat-Hapi und des Chasechemui geboren wurde.

Mit Sicherheit kann aber gesagt werden, dass Djoser der bedeutendste König der 3. Dynastie war. Bei seiner Thronbesteigung hatte er mit politischen Krisen zu kämpfen, konnte aber sein Herrschaftsgebiet bis Assuan ausdehnen. Berühmt wurde er durch sein Grabkomplex in Saqqara, das als erstes Steinbauwerk der Geschichte gilt. Errichtet wurde diese Anlage vom genialen Imhotep, Arzt, Wesir, Hohepriester und Baumeister. Imhotep wurde durch seine Tätigkeit so „berühmt”, dass er in späteren Dynastien und selbst noch von den Griechen als Gott verehrt wurde. Vergeblich sucht man bis heute sein Grab.

Als Vorlage für den "Bau für die Ewigkeit" diente der königliche Palast, der wie damals üblich, aus Nilschlammziegeln, Holz und Schilfmatten errichtet wurde. Imhotep setzte diesen aus vergänglichem Material bestehenden Palast in eine Konstruktion aus „unvergänglichem” Stein um.

Djoser PyramidenkomplexDie Grabkammer der Stufenpyramide des Djoser besteht aus unterirdischen Räumen am Boden eines 28 m tiefen Schachtes von 7 m Durchmesser. Sie besteht aus zwei übereinander angeordneten Stockwerken. Ins Untergeschoß gelangt man durch ein 1 m großes Loch in der Decke, welches durch einen 3 Tonnen schweren Stöpsel aus Granit verschlossen wurde. Obwohl sie bereits im Altertum ausgeraubt wurde, fand man 1821 einen vergoldeten Schädel und goldene Fußsohlen. Ob es sich hierbei um Reste der Mumie des Djoser handelt, ist nicht mehr festzustellen, da beim Transport der Fundstücke nach Hamburg das Schiff mit samt der Ladung in der Mündung der Elbe sank. Im Jahre 1926 wurde bei weiteren Untersuchungen der Grabkammer ein Teil einer menschlichen Wirbelsäule und ein Stück des Beckens gefunden. Eine nähere Untersuchung fand bisher nicht statt. Im Jahre 1934 entdeckte man einen mumifizierten menschlichen Fuß, Teile des Schulterblatts, Oberarmknochen, sowie Teile von Rippen, Brustbein und Schlüsselbein. Da man vermutet, dass es sich hier um eine spätere Bestattung aus der Ptolomäerzeit handelt, wurden die Überreste noch nicht genauer untersucht.

Der Zugang zum Schacht erfolgt durch eine schräge Passage; vom Schachtboden aus gehen eine Reihe von Stollen und Gänge ab, die der Aufnahme von Grabausstattungen diente. Zum Teil wurden diese Gänge auch von Grabräubern angelegt, die von Originalschächten kaum zu unterscheiden sind. Einige der Gänge sind blau gekachelt und zeigen u.a. auch Djoser.

Über dem Schacht errichtete man einen massiven Steinbau mit einer Seitenlänge von 63 m und einer Höhe von 8 m, also eine Mastaba, wie sie schon die Vorgänger Djosers errichteten.

Der Bau befindet sich im Zentrum eines Hofes von 544 x 277 m, umgeben von einer 10,50 m hohen Mauer aus behauenen Kalksteinblöcken, vor- und zurückspringend wie die Mauerfronten der Paläste der 1. und 2. Dynastie.

SchnittzeichnungDie herkömmliche Grabmastaba wurde 5mal erweitert, zuerst auf allen Seiten um 3 Meter. An der Ostseite befinden sich unter der Erweiterung elf 33 m tiefe Schächte, in denen wahrscheinlich Familienmitglieder beigesetzt wurden (in einem Schacht fand man eine Kindermumie). Die zweite Erweiterung um 8,5 m wurde an der Ostseite vorgenommen, man überdeckte die Grabschächte und gab ihnen somit Schutz.

Abermals wurde die Mastaba an allen Seiten um 3 m verbreitert und auf dem so geschaffenen Fundament eine 4-stufige Pyramide von 40 m Höhe errichtet.

Der nächste Bauabschnitt erfolgte an der Nord- und Westseite zu einer Grundfläche von 109 m x 121 m, danach um zwei weitere Stufen, so dass eine 6-stufige Pyramide von 60 m Höhe entstand.

Djoser Komplex

Zirka 35.000 Vasen, Schalen und Bruchstücke aus den ersten beiden Dynastien fand man in den Schächten und Gängen.

Vor der Nordseite der Pyramide befindet sich eine Kultkammer mit einer Statuenkammer. In dieser allseits umschlossenen Kammer fand man die Sitzfigur des Königs. Die Statue nahm durch zwei in der Frontseite der Kammer gebohrte Löcher Kontakt mit der Außenwelt auf. Der in der Statue lebende Ka des Königs sollte so die Opfernden erkennen und an den Opfern teilhaben.

Im Hof befinden sich eine Reihe von Bauwerken, zum größten Teil massive Atrappen und Scheinbauten. Es sind Nachahmungen der Paläste, die der Pharao zu Lebzeiten bewohnt hat sowie Zeremonienhöfe und ein Totentempel.

An der Südseite des großen Hofes erhebt sich das sogenannte Südgrab. Es diente wahrscheinlich dem königlichen Ka als Scheingrab. Das Gebäude ist fast völlig massiv, an der Ostseite ist eine kleine Kultkammer. Am Boden eines 30 m weit in den Felsen eingetieften Schachtes befindet sich ein weiteres Grab, ähnlich dem Grab unter der Pyramide. Die Grabkammer ist jedoch nur 1,6 m lang. Es ist nicht bekannt, wer hier bestattet war.