Die Geschichte Ägyptens

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5.000 Jahre, und es geht weiter!

Die Vereinigung der Unteren und der Oberen Reiche im Jahre 3180 v.Chr. macht einen passenden Ausgangspunkt für Ägyptische Geschichte kenntlich. Dieses dynamische, kulturell welterfahrene und mächtige Reich am Ufer des Nil in eine des größsten Zivilisationen der alten Welt.

Während im Paläolithikum die heutige Wüste Ägyptens fruchtbar und bewohnt war, wurde die Bevölkerung später auf Grund klimatischer Veränderungen dazu gezwungen, nahe des Nils zu siedeln. König Menes gilt als Reichsgründer von Ober- und Unterägypten. Die erste Hauptstadt dieses Reiches war Memphis. Bei Saqqara wurde eine monumentale Grabanlage errichtet. Im Süden war Abydos religiöses und politisches Zentrum. Zu dieser Zeit wurde die ägyptische Schrift gebildet.

Im Alten Reich (ca. 2640-2200 v. Chr.) wurde die erste Pyramide gebaut, die Stufenpyramide von Djoser bei Saqqara. Es begannen die architektonischen Meisterleistungen der Ägypter. Der Herrscher Cheops ließ im heutigen Stadtbezirk von Kairo Giza eine 146 m hohe Pyramide errichten. Daneben entstanden weitere Pyramiden und der Sphinx. Obelisken entstanden in der fünften Dynastie als Sonnenheiligtümer. Um 2160 v. Chr. zerbrach das Reich wieder in Ober- und Unterägypten.

Im Mittleren Reich (ca. 2040-1650 v.Chr.) führte Mentuhotep die Länder Ober- und Unteräygptens wieder zusammen. Eine wirtschaftliche Blütezeit begann. Es wurden wieder Handelsexpeditionen nach Punt (vermutlich das heute Somalia) geschickt. Die Reichsgrenzen wurden erweitert und gesichert (Sinai, Nubien). Im 19. und 18. Jahrhundert v. Chr. erlebte Ägypten einen blühenden Handel, eine große politische Stabilität und religiöse Weiterentwicklung. Mitte des 17. Jahrhunderts v. Chr. brachen in einen dann durch rasche Herrscherwechsel geschwächten und zerrissenen Staat fremde Völker ein. Die Hyksos regierten als "Fremdländer" Ägypten, bis sie im 15. Jahrhundert zurückgetrieben wurden.

Mit der Gründung des Neuen Reichs (ca. 1551-1070 v. Chr.) begann von neuem eine für Ägypten kulturell und künstlerisch große Epoche. Während der Regentschaft von Herrschern wie Amenophis I und Thutmosis I wurden wissenschaftliche und künstlerische Besonderheiten geschaffen. Zu dieser Zeit entstand auch das Tal der Könige als neue Begräbnisstätte westlich von Theben. Mangels anderer Nachfolger regierte die Königin Hatchepsut über zwei Jahrzehnte. An ihrem Totentempel ist eindrucksvoll eine weitere Expedition in das Weihrauchland Punt beschrieben. Unter den Nachfolgern drangen die Ägypter in den asiatischen Raum ein und überschritten den Euphrat. Im Anschluss wurden mit diplomatischem Geschick Heiraten arrangiert; unter Amenophis III herrschte unbeschreiblicher Reichtum. Es wurden viele Großbauten errichtet. Amenophis IV, der späteren "Echnaton", führte den Monotheismus ein und veränderte die künstlerische Darstellung durch Einführung des Realismus. Doch schon bald wurde die vielfältige Götterwelt wieder eingeführt. Unter dem Feldherr und späterem Pharao Haremhab wurde die korrupte Verwaltung reformiert. Später errichtete Pharao Ramses II unzählige Baudenkmäler, wie den kolossalen Tempel von Abu Simbel. Nach der berühmten Hethitherschlacht, in der das ägyptische Heer fast unterging, versöhnten sich die Völker. In der folgenden Zeit wurde Ägypten vor allem durch immer neue Angriffe fremder Völker erschüttert, so dass das ägyptische Reich im 11. und 10 Jahrhundert am Verblühen war.

In der Spätzeit (ca. 600-332 v. Chr.) wurde Ägypten zunächst von den Persern, dann von den Ptolomäern unter Alexander dem Großen beherrscht (Griechische Zeit). In dieser Zeit wurde auch Alexandria gegründet.

Bis 395 n. Chr. war Ägypten Teil des römischen Weltreichs, danach 243 Jahre unter byzantinischer Herrschaft. Im 5. Jahrhundert entstand die nationalägyptische (koptische) Kirche. Sie wurde durch die byzantinische Verwaltung verfolgt, und deshalb wurden die muslimisch-arabischen Eroberer (seit 639) als Befreier begrüßt. Ägypten wurde Provinz des Kalifenreiches, und Kultur, Religion und Sprache der neuen Herren durchdrangen das Land. Nach einer kurzen Phase der Selbständigkeit unter den Tuluniden (868-905) erlangte Ägypten mit der schiitischen Dynastie der Fatimiden, die seit 969 von der neu gegründeten Stadt Kairo aus regierte, für mehrere Jahrhunderte seine Selbständigkeit zurück. Auf die Dynastie der Mamluken, Nachfahren ehemaliger türkischer Sklaven, folgte 1517-1798 die unmittelbare Herrschaft der Osmanen, die durch Napoleons Expedition (1798-1801) de facto beendet wurde. Damit begann der gut 150 Jahre währende direkte Einfluss Europas, insbesondere Großbritanniens, das Ägyptens Baumwolle für seine einheimische Industrie benötigte. Auch der Albaner Muhammad Ali hatte eine gewisse Zeit die Macht inne. Auch der Bau des Suezkanals (1859-69) diente allein ausländischen Interessen und stürzte Ägypten in eine erste Finanzkrise. Die Dominanz Englands endete nach vielen Zwischenschritten - u. a. 1914 Protektorat - erst 1956 mit der Verstaatlichung des Suezkanals. Bereits am 23. Juli 1952 hatte eine nationalistische Bewegung unter Führung der "Freien Offiziere" König Faruk zum Abdanken gezwungen. Am 18. Juni 1953 wurde Ägypten Republik, 1954 Gamal Abd al-Nasser Staatspräsident.

1953 wurde Ägypten eine Republik unter den Präsidenten Abd el Nassr und Sadat. Zunächst mit sowjetischen Aufbaumitteln unterstützt, näherte sich Sadat jedoch bald dem Westen. Im Sechstagekrieg zwischen Ägypten und Israel wurde zunächst der gesamte Sinai von Israel annektiert. Mit den Friedensverträgen von 1977 und 1979, in denen der Sinai an Ägypten zurückgegeben wurde, näherten sich Israel und Ägypten wieder an. Dafür distanzierten sich aber die anderen arabischen Staaten von Ägypten. Das Land spielt nach wie vor eine große Rolle bei den Nahost-Friedensbemühungen.

Außenpolitisch orientierte sich Nasser auf die sozialistischen Staaten und die Bewegung der Blockfreien. Vor allem aber verfocht er die Idee des "Panarabismus", der Einheit der arabischen Staaten. Für kurze Zeit gelang es Nasser sogar, Syrien und später auch den Jemen zur "Vereinigten Arabischen Republik" zu vereinen (1958-61). Die wirtschaftlichen Probleme des Landes versuchte Nasser mit einem "arabischen Sozialismus" in den Griff zu bekommen. Die vernichtende Niederlage im Sechs-Tage-Krieg 1967 gegen Israel offenbarte jedoch das Scheitern des "Nasserismus" und förderte langfristig eine andere Ideologie: den politischen Islam. Bereits 1928 war in Ägypten die "Muslimbruderschaft" entstanden, die zur Keimzelle aller modernen islamistischen Bewegungen werden sollte. Während Nasser die Muslimbrüder streng verfolgen ließ, vertrat sein Nachfolger Anwar al-Sadat (1970-81) ihnen gegenüber eine gemäßigtere Politik. Außenpolitisch verfolgte Sadat einen Kurs der "Öffnung" gegenüber dem Westen und drängte den Einfluss der Sowjetunion zurück, der 1971 mit der Fertigstellung des Assuan-Staudamms einen Höhepunkt erreicht hatte.

Der Jom-Kippur-Krieg, der mit einem Waffenstillstand ohne Sieger und Besiegte endete, aber den Mythos von der Unbesiegbarkeit Israels zerstörte, führte in der arabischen Welt zu einem neuen Selbstbewusstsein und veranlasste Sadat auch gegenüber Israel zur Kurskorrektur.

Ein erstes Truppenentflechtungsabkommen mit Israel wird 1974 unterzeichnet, im November 1977 folgt Sadats Besuch in Jerusalem als Geste des Friedens und schließlich, nach Vermittlung durch US-Präsident Jimmy Carter, am 26. März 1979 in Washington (USA) der Friedensvertrag mit Israel. Nach der Ermordung Sadats (1981) setzte dessen Nachfolger Mubarak die prowestliche Politik fort. Im Golfkrieg (1991) beteiligte sich Ägypten an der antiirakischen Koalition.

FAQ´s über Ägypten

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Allgemein

Die Arabische Republik Ägypten ist mit einer Fläche von über 1 Million km2 fast doppelt so groß, wie die Bundesrepublik Deutschland. Von dieser Fläche sind jedoch nur etwa 6% bewohnt. Der größte Teil des Landes besteht aus Wüste. Lebensader des Landes ist die Stromoase des Nils. Hier lebt der größte Teil der über 61 Millionen ägyptischen Bürger.

Die Landessprache ist arabisch, der Islam ist Staatsreligion. Kairo, die größte Stadt der arabischen Welt, ist die Hauptstadt Ägyptens. In Ägypten gilt die osteuropäische Zeit, d.h. sie müssen zur mitteleuropäischen Zeit eine Stunde hinzu addieren.

Wetter

Das Nil-Delta und die Mittelmeerküste gehören zur mediterranen Wetterzone, dort gehen im Winter die Temperaturen herunter und es kommt zu Regenfällen. Der Rest des Landes unterliegt dem Wüstenklima: Heiß und trocken im Sommer, mild im Winter, kaum Regen.

  Einige Durchschnittswerte seht Ihr in der Tabelle:
    Alexandria Kairo Luxor Assuan Hurghada
  min/max min/max min/max min/max min/max
Januar 9/18 9/19 5/23 8/24 10/21
April 14/24 14/28 16/35 18/35 16/26
Juli 23/30 22/35 24/41 25/41 25/33
Oktober 18/28 18/30 18/35 19/37 20/29
  durch einen Klick auf den Ortsnamen könnt Ihr das aktuelle Wetter abfragen
Währung

Offizielle Währung ist das ägyptische Pfund (Abkürzung L. E.). Ein Pfund entspricht 100 Piaster. Münzen sind so gut wie nicht im Umlauf. Die Ein- und Ausfuhr von mehr als 20 L.E. ist nicht erlaubt. Der Umtausch ist in Wechselstuben und Banken, sowie in den meisten Hotels möglich. Akzeptiert werden alle gängigen internationalen Währungen, Reiseschecks und zum Teil Kreditkarten. Den aktuellen Wechselkurs können Sie mit diesem Währungsrechner abfragen.

Impfungen

Sind momentan nicht erforderlich. Eine Übersicht der empfohlenen Impfungen finden Sie bei Fit-for-Travel.

Einreise

Deutsche benötigen zur Einreise ein Visum, dass direkt bei der Ankunft ausgestellt wird. Bei Pauschalreisen übernimmt dies meist der Reiseveranstalter. Außerdem wird ein, noch mindestens 6 Monate gültiger, Reisepass benötigt.

Bakschisch

"Bakschisch" vergleichbar unserem Trinkgeld wird in Ägypten für jede noch so kleine Dienstleistung fällig. Man sollte daher immer einen Vorrat an kleinen Scheinen parat haben. Die Größe des Bakschisch ist abhängig von der Dienstleistung und davon, was man selber geben möchte. Mit 2 - 5 Pfund sollte man in den meisten Fällen richtig liegen. Ausgenommen davon sind große internationale Hotels und einige Museen, die mit "No tips,please"-Schildern auch darauf hinweisen.

Handeln

Handeln gehört in Ägypten zum guten Ton. Wichtig ist, dass sie auch bei jeder Dienstleistung den Preis vorher ausmachen müssen. Wundern sie sich nicht, wenn Händler ihnen total überzogene Preise nennen, das ist vollkommen normal. Sie können den Händler herunterhandeln und sich darüber freuen, daß sie ein Geschäft gemacht haben - und er freut sich, weil er wirklich ein Geschäft gemacht hat... Auf keinen Fall sollten sie sich unter Druck setzen lassen.

Öffnungszeiten

Geschäfte haben meist von 9.00 - 18.00 Uhr, Behörden von 9.00 - 15.00 Uhr geöffnet. Samstag und Sontag sind normale Arbeitstage, dafür ist der Freitag frei. Die Zeiten gelten nicht während des islamischen Fastenmonats Ramadan. In dieser Zeit kommt das öffentliche Leben tagsüber fast zum erliegen.

Gesundheit

Viele Ägypten-Urlauber können ein Lied von der "Rache der Pharaonen" singen: Magen - und Darmprobleme sind das häufigste Übel. Daher sollte man einen Vorrat an entsprechenden Medikamenten mitnehmen. Als Trinkwasser und zum Zähneputzen sollte man nur Mineralwasser verwenden.

Erkältungen treten vor allem aufgrund der oft zu kalt eingestellten Klimaanlagen auf. Eine weitere Gefahr ist das Trachom, eine Augenkrankheit, die zur Blindheit führen kann. Sie sollten daher keinen Einheimischen ihren Fotoapparat oder ihr Fernglas geben.

Weit verbreitet ist die Bilharziose, eine Krankheit die durch kleine Hakenwürmer übertragen wird. Man sollte daher nicht im Nil oder anderen Binnengewässern baden.

Sicherheit

Ägypten ist, in Bezug auf klassische Kriminalität, ein relativ sicheres Land. Anders sieht es mit der Gefährdung durch islamische Terroristen aus. Die Regierung hat seit 1997 große Anstrengungen unternommen um, vor allem in den Touristenhochburgen, durch die massive Präsenz der Sicherheitskräfte weitere Anschläge zu verhindern. Beachten Sie hierzu die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes.